Der Blog über Kunst und Inspiration

Wünsch-Art

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Alexander Zick (1845-1907) Illustration zu: Vom Fischer und seiner Frau, aus: Märchen, Grot'scher Verlag, Berlin 1975, unbekanntes Datum, upload by Adrian Michael (Märchen, Grot'scher Verlag, Berlin 1975) [Public domain] via Wikimedia Commons

Alexander Zick (1845-1907) Illustration zu: Vom Fischer und seiner Frau, aus: Märchen, Grot’scher Verlag, Berlin 1975, unbekanntes Datum, upload by Adrian Michael (Märchen, Grot’scher Verlag, Berlin 1975) [Public domain] via Wikimedia Commons

Das Leben mit Wünschen

Wie oft haben wir am Tag einen Wunsch? Wünsche für andere, Wünsche für uns selbst, Wünsche für die Welt. Wir sagen „Guten Tag“ und wünschen einem anderen einen guten Tag. Wir gratulieren zum Geburtstag und wünschen „Herzlichen Glückwunsch“. Manchmal sind das leider nur noch Redewendungen, jedoch, wenn es um uns selbst geht, werden die Wünsche intensiver, sehnsüchtiger. Aufgewachsen mit Märchen sehnen wir uns das eine oder andere Mal nach einer Möglichkeit, den Wunsch ins Leben zu rufen, oder einen Unterstützer, der uns dabei hilft, den Wunsch zu verwirklichen. Wie in dem Märchen, der Fischer und seine Frau, von dem Künstler Philipp Otto Runge (1777-1810).

 

Walter Crane (1845-1915), "King Midas and his Daughter Turned to Gold", aus: A Wonder Book for Boys and Girls by Nathaniel Hawthorne (text author), veröffentlicht 1893, [Public domain] via Wikimedia Commons

Walter Crane (1845-1915), „King Midas and his Daughter Turned to Gold“, aus: A Wonder Book for Boys and Girls by Nathaniel Hawthorne (text author), veröffentlicht 1893, [Public domain] via Wikimedia Commons

 
 
 

Mythos vom goldenen Reichtum

„Wenn ich erst mal reich bin, geht es mir besser, bin ich mächtig!“ Reichtum war ein brennender Wunsch der mythologischen Figur des Königs Midas von Phrygien. In der griechischen Sage hatte Midas einen Wunsch frei. Und er wünschte sich, dass alles, was er berührte zu Gold werde. Ein schnell und unbedacht ausgesprochener Wunsch wie sich für ihn herausstellte. Fast wäre er verhungert. Dionysos gewährte ihm jedoch noch einen Wunsch. Wunschformulierungen sollte man mit Bedacht wählen. So ein Wunsch entwickelt sich weiter. Das ist eine Schlussfolgerung aus der Sage.

 
 
 

Lucas Cranach der Ältere (1472–1553), Der Jungbrunnen, 1546, Öl auf Lindenholz, 120,6 × 186,1 cm, [Public domain], via Wikimedia Commons

Lucas Cranach der Ältere (1472–1553), Der Jungbrunnen, 1546, Öl auf Lindenholz, 120,6 × 186,1 cm, [Public domain], via Wikimedia Commons


 
 

Ewige Jugend

Aus den antiken Biographien von Alexander dem Großen stammt die Vorstellung einer existierenden Quelle der ewigen Jugend. Diesen Jungbrunnen, gefüllt mit magischem, verjüngendem Wasser, zu finden war eine fantastische Vorstellung. Der Wunsch nach ewiger Jugend, oft in der Kunst visualisiert, dem wir heute mit einem starken Willen in die Tat umsetzen. Ansatzweise. Dieser Sehnsucht nach jugendlichem Aussehen geben wir selbst eine Entschlossenheit, die dem Wunsch als Instanz noch fehlt, und setzen ihn um. Das ist der Trick: Den Wunsch visualisieren und ihn selbst entschlossen umsetzen. Ein schönes Beispiel ist auch der Wunsch nach der Erforschung von fremden Ländern oder die Fahrt zum Mond.
 

Piet Mondrian (1872–1944), Der rote Baum, zwischen 1908 und 1910, Öl auf Leinwand, 70 x 99 cm, [Public domain] via Wikimedia Commons

Piet Mondrian (1872–1944), Der rote Baum, zwischen 1908 und 1910, Öl auf Leinwand, 70 x 99 cm, [Public domain] via Wikimedia Commons

Symbolische Helfer

Doch manchmal brauchen wir einfach kleine symbolische Helfer, um unsere Wünsche auf den Weg zu schicken, wie den Wunschbaum. Wir hängen einen Zettel oder ein Tuch mit einem Wunschgedanken in einen großen, imposanten Baum und lassen diesen Wunsch vom Wind weitertragen. Der georgische Film „Der Baum der Wünsche“ von Regisseur Tengis Abuladse beschreibt diesen Brauch. Die symbolischen Helfer geben einem das wunderschöne Gefühl, das Kribbeln und die Hoffnung, dass der Wunsch in Erfüllung geht. Wie an Weihnachten oder wie ein Geburtstagswunsch. Letztendlich aber geben wir dem Wunsch, indem wir ihn aussprechen und dann loslassen, die Möglichkeit sich in uns zu entwickeln.
 

Richard Mauch (1874-1921), Paardenbloem, Beschreibung : Galanter Herr auf Sommerwiese (mit Pusteblume),spätestens 1921, Öl auf Karton, 33 cm x 24 cm, Signatur und Ort unten rechts: R. Mauch München, (www.lot-tissimo) [Public domain] via Wikimedia Commons

Richard Mauch (1874-1921), Paardenbloem, Beschreibung : Galanter Herr auf Sommerwiese (mit Pusteblume),spätestens 1921, Öl auf Karton, 33 cm x 24 cm, Signatur und Ort unten rechts: R. Mauch München, (www.lot-tissimo) [Public domain] via Wikimedia Commons

 
 

Pusteblume

Wie komme ich darauf? Ganz einfach, zurzeit gibt es wieder so viel reifen Löwenzahn, also Pusteblumen, die mich an dieses schöne Gefühl erinnert haben. Eine Form des Wünschens, der einfach Spaß macht. Aus meiner Kindheit kenne ich noch den Brauch, ganz fest an einen Wunsch zu denken, daraufhin die Pusteblume abzupflücken, um dann die Schirmflieger mit den Samen der Blume weg zu pusten. Der Wind trägt diese Wünsche dann einfach fort.

Versuchen Sie es.

Über mich:
Fototextcollage (c) Heike Cybulski

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Hildegard Willenbring

Ich bin Kunsthistorikerin, Mentaltrainerin und Entspannungstrainerin. Weiterhin bezeichne ich mich als bekennende Betrachterin und Kunstliebhaberin. Texte über Kunst zu schreiben ist eine Leidenschaft von mir.

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