Der Blog über Kunst und Inspiration

Werkstatt des Blitzes

Werkstatt des Blitzes

 

 

Johann Peter Hasenclever (1810–1853), Atelierszene, 1836, Öl auf Leinwand, 72 × 88 cm,Museum Kunstpalast, Düsseldorf, [Public domain], via Wikimedia Commons

Johann Peter Hasenclever (1810–1853), Atelierszene, 1836, Öl auf Leinwand, 72 × 88 cm,Museum Kunstpalast, Düsseldorf, [Public domain], via Wikimedia Commons

Blitz …. Einschlag ….. Inspiration

 

Von der Inspiration getroffen rennt der Künstler in sein Atelier und arbeitet solange in der Werkstatt des Blitzes, bis das Kunstwerk fertig ist.  Ohne Inspiration lebt so ein Künstler frei in den Tag hinein. Ein Klischee. Ist das wirklich so?

 

Louis-Léopold Boilly (1761–1845) , Artist's Studio, 1800, Pushkin Museum, [Public domain], via Wikimedia Commons

Louis-Léopold Boilly (1761–1845) , Artist’s Studio, 1800, Pushkin Museum, [Public domain], via Wikimedia Commons

 

 

 

Das Atelier

 

Auch dieser Ort ist sagenumwoben. Ein Raum, in dem die Inspiration auf ein Genie trifft. Geheimnisvoll. So ein Künstler muss ja ein Genie sein. Woher sonst kommen diese Ideen, diese Kunstwerke? Gern würde man mal so einem Künstler zuschauen und ein wenig von dem Zauber einatmen.
 

August Macke (1867-1916), Maria und Franz Marc im Atelier, 1912, Lenbachhaus, München, [Public domain], via Wikimedia Commons

August Macke (1867-1916), Maria und Franz Marc im Atelier, 1912, Lenbachhaus, München, [Public domain], via Wikimedia Commons

Der Blick über die Schulter

 

Und bei einem solchen Blick über die Schulter gerät der Zuschauer dann ins Staunen, wie bei diesem Link mit dem Künstler Andreas Mattern. Hier wird beim Zuschauen ganz offensichtlich deutlich, nur jahrelange Erfahrung mit  dem Material sowie in der Handhabung der Werkzeuge und  durch die Kenntnis der Beschaffenheit der Farben führen zu dieser Kunstfertigkeit, zu dieser Virtuosität. Das sind Stunden, Monate und Jahre Erfahrung, die eine Leichtigkeit bei der Anfertigung eines Kunstwerkes suggeriert, was so gern als Magie angesehen wird. O.k. das Wort Magie kürzt das Ganze zeitmäßig ab und gibt einem die Hoffnung, vielleicht auch einmal so gut zu sein, um selbst einmal Kunst zu erschaffen…. Wenn da nicht so eine Symbiose der Kunst wäre.
 

Symbiose der Kunst

Matthäus Kern (1801–1852), Künstlerwerkstatt (Maleratelier), 1846, Aquarell, 22,7 x 27,3 cm, Wien, gemeinfrei via Wikimedia Commons

Matthäus Kern (1801–1852), Künstlerwerkstatt (Maleratelier), 1846, Aquarell, 22,7 x 27,3 cm, Wien, gemeinfrei via Wikimedia Commons

 

Kunst ist immer eine Symbiose aus dem, der die Kunst erschafft, dem Künstler, und dem, der die Kunst belebt, dem Betrachter. Der Prozess des Schaffens ist ja zu Ende, sobald das Kunstwerk fertig ist. Das Kunstwerk, die Kunst steht dann im leeren Raum. Allein. Und dann komme ich als Betrachter ins Spiel. Kunst erblüht, weil ich in ihr etwas sehe. Das gilt nicht speziell für mich, das gilt für jeden einzelnen Betrachter von Kunst. Kunst lebt durch den Betrachter. Und auch für den Betrachter gibt es einen Einschlag, allerdings spielt der sich dann im Kopf ab und bewegt sein Leben.

 

Und da fällt mir Rilke ein:

 

Ernst Ludwig Kirchner (1880–1938), Bergatelier, 1937, Öl auf Leinwand, 90 x 120 cm, Kirchner Museum Davos, [Public domain], via Wikimedia Commons

Ernst Ludwig Kirchner (1880–1938), Bergatelier, 1937, Öl auf Leinwand, 90 x 120 cm, Kirchner Museum Davos, [Public domain], via Wikimedia Commons

„Mit nichts kann man ein Kunst-Werk so wenig berühren als mit kritischen Worten: es kommt dabei immer auf mehr oder minder glückliche Missverständnisse heraus. Die Dinge sind alle nicht so fassbar und sagbar, als man uns meistens glauben mache möchte; die meisten Ereignisse sind unsagbar, vollziehen sich in einem Raume, den nie ein Wort betreten hat, und unsagbarer als alle sind die Kunst-Werke, geheimnisvolle Existenzen, deren Leben neben dem unseren, das vergeht, dauert.“ (R.M. Rilke aus „Briefe an einen jungen Dichter“, Paris, 17.02.1903)

Über mich:
Fototextcollage (c) Heike Cybulski

Fototextcollage (c) Heike Cybulski

Hildegard Willenbring

Ich bin Kunsthistorikerin, Mentaltrainerin und Entspannungstrainerin. Weiterhin bezeichne ich mich als bekennende Betrachterin und Kunstliebhaberin. Texte über Kunst zu schreiben ist eine Leidenschaft von mir.

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