Der Blog über Kunst und Inspiration

Hildegard Willenbring

Über mich

Ich bin Kunsthistorikerin, Mentaltrainerin und Entspannungstrainerin. Weiterhin bezeichne ich mich als bekennende Betrachterin und Kunstliebhaberin. Texte über Kunst zu schreiben ist eine Leidenschaft von mir.

Zu Beginn meines Studiums in Berlin benötigte ich etwa 75 Minuten um von Kreuzberg zum Institut für Kunstgeschichte zu gelangen. Fahrtzeit mit den Öffentlichen natürlich. Um morgens zur „Einführung in die Kunstgeschichte“ zu kommen, hieß es während der Rushhour mit der U-Bahn, der S-Bahn und dem Bus den Wechsel aus vollgepfropften Waggons und den Wartezeiten an den Haltestellen durchzumachen, um dann in einem abgedunkelten, überfüllten Raum zwei Abbilder von Kunstwerken an der Wand zu betrachten, die von zwei surrenden Diaprojektoren an die Wand geworfen wurden.

Wenn das schon mühsam klingt, kann ich nur sagen, dass der Versuch eines Erstsemesters, die Werke, Künstler und Epochen und alles Weitere in der relativen Dunkelheit noch mitzuschreiben, mit der Absicht die Notizen später noch einmal in Ruhe durchgehen zu können, sehr stark an die Grenzen des Machbaren stieß. Multitasking halte ich für eine Erfindung. Ich muss dazu sagen, es ging dabei ja nicht nur um 2 Abbilder, sondern es folgte eine recht ansehnliche Abfolge von Bildpaaren.

Ziel dieser Einführung war, die Methode des vergleichenden Sehens zu schulen. Ein Bildmotiv in den verschiedenen Ausführungen von unterschiedlichen Künstlern und quer durch die Kunstepochen wurde hinsichtlich der unterschiedlichen Wirkung geprüft. Der variable Aufbau der bildnerischen Elemente wie Linie, Fläche, Farbe, Lichtquelle und deren Anordnung zueinander und im Raum wurde gegenübergestellt und in ihrer ästhetischen Wirkung verglichen. Das Vergleichende Sehen als Methode zog sich durch das ganze Studium. In dem Moment, in dem ich die Erlebnisse des Anfahrtsweges und das Bestreben alles mitzuschreiben losgelassen habe und in dem ich mich nur auf des Sehen und das Gesagte konzentriert habe, habe ich verstanden, welchen Einfluss unterschiedliche Komponenten auf die Wirkung eines Gemäldes haben.

Hildegard Willenbring, Popart, (c) by Heike Cybulski

Hildegard Willenbring, Popart, (c) by Heike Cybulski

 
Während des Studiums hatte ich temporär einen Job als Museumswärter in der Berlinischen Galerie. Die Berlinische Galerie bezeichnet sich seit 1994 als ein Landesmuseum für Moderne Kunst, Fotografie und Architektur. Zu meiner Beschäftigungszeit hielt ich mich in den wunderschönen Ausstellungsräumen des Martin-Gropius-Baus auf und bewachte die Kunst. Ich bewegte mich zwischen den Kunstwerken von Max Liebermann bis Gerhard Richter. Manchmal war der Besucherandrang groß und manchmal gab es Stunden, in denen kein Besucher den zu bewachenden Kunstsaal betrat. Kollegen von mir, angehende Schauspieler, lernten in diesen Momenten ihren Text und ich, ich führte Dialoge mit den Kunstwerken. Meine praktische Erfahrung als intensiver Betrachter. Endlich hatte ich Zeit, Zeit um ein Bild wahrzunehmen, ohne das ein Auswechseln zu befürchten war. 

 

Mit den Augen über ein Bild zu wandern, die Gestaltungselemente zu erkennen, die Energie des Künstlers zu spüren, mich mit anderen Sichtweisen auseinanderzusetzen oder mich einfach verzaubern zu lassen, das sind für mich unvergessliche Augenblicke.

Hildegard Willenbring, Kunsthistorikerin M.A.
Mitglied im Verband Deutscher Kunsthistoriker

Über mich:
Fototextcollage (c) Heike Cybulski

Fototextcollage (c) Heike Cybulski

Hildegard Willenbring

Ich bin Kunsthistorikerin, Mentaltrainerin und Entspannungstrainerin. Weiterhin bezeichne ich mich als bekennende Betrachterin und Kunstliebhaberin. Texte über Kunst zu schreiben ist eine Leidenschaft von mir.

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