Der Blog über Kunst und Inspiration

Seifenblasen und Kunst

Seifenblasen und Kunst

 

Pieter Bruegel, der Ältere, (um 1525 - 1569), Detail Seifenblasen aus: Kinderspiele, 1560, Öl auf Holz, [Public domain] via Wikimedia Commons

Pieter Bruegel, der Ältere, (um 1525 – 1569), Detail Seifenblasen aus: Kinderspiele, 1560, Öl auf Holz, [Public domain] via Wikimedia Commons

Jacob Henricus Maris (1837–1899), Two Girls, Daughters of the Artist, Blowing Bubbles, undatiert, entstanden zwischen 1847 - 1899, schwarze Kreide und Pinsel auf Papier, 46,5 × 33,4 cm, Rijksmuseum Amsterdam, [Public domain] via Wikimedia Commons

Jacob Henricus Maris (1837–1899), Two Girls, Daughters of the Artist, Blowing Bubbles, undatiert, entstanden zwischen 1847 – 1899, schwarze Kreide und Pinsel auf Papier, 46,5 × 33,4 cm, Rijksmuseum Amsterdam, [Public domain] via Wikimedia Commons


 

Ein Kinderspiel?

 

Flüssigkeit, Oberflächenspannung, kugelförmige Gestalt, Interferenz von Lichtwellen und Reflexion, kurz:  Seifenblasen. Diese technische Beschreibung gibt nicht annähernd die Faszination und die Leichtigkeit von Seifenblasen wieder.  Das luftige Farbenspiel mit dem schnellen Wechsel von Formen und Farben ist so lustig und phantasieanregend,  dabei stark verbunden mit dem Gefühl von schnellen Erfolg wie auch Verlust, aber vor allem mit Kindsein.  Der Erwachsenenblick vergisst leider oft den inspirierenden Aspekt. Ganz ehrlich: Wann haben Sie sich zum letzten Mal den Spaß von Seifenblasen gegönnt oder zumindest einfach mal anderen dabei zugeschaut?

Simon Renard de Saint-André (1613–1677), Vanitas, etwa 1650, Öl auf Leinwand, Musée des Beaux-Arts (Lyon), [Public domain] via Wikimedia Commons

Simon Renard de Saint-André (1613–1677), Vanitas, etwa 1650, Öl auf Leinwand, Musée des Beaux-Arts (Lyon), [Public domain] via Wikimedia Commons

 
 
 

 

Homo bulla

 

Der Mensch ist eine Blase. Mit dieser Redewendung vom römischen Gelehrten Marcus Terentius Varro (116-27 v. Ch.) fand der moralisierende Charakter der Seifenblase  später auch Einzug in die Kunst. Die Vergänglichkeit des menschlichen Lebens wird dabei verglichen mit der Dauer einer Seifenblase.

John Everett Millais (1829–1896) Bubbles, 1886, Maße, Material und Verbleib unbekannt, [Public domain] via Wikimedia Commons

John Everett Millais (1829–1896) Bubbles, 1886, Maße, Material und Verbleib unbekannt, [Public domain] via Wikimedia Commons

Édouard Manet (1832-1883), Les bulles de savon. Boy Blowing Bubbles, 1867, Öl auf Leinwand, 100,5 x 81,4 cm, Museu Calouste Gulbenkian, Lisbon, von Yelkrokoyade (Eigenes Werk) [CC BY-SA 4.0 (http://creativecommons.org/licenses/by-sa/4.0)], via Wikimedia Commons

Édouard Manet (1832-1883), Les bulles de savon. Boy Blowing Bubbles, 1867, Öl auf Leinwand, 100,5 x 81,4 cm, Museu Calouste Gulbenkian, Lisbon, von Yelkrokoyade (Eigenes Werk) [CC BY-SA 4.0 (http://creativecommons.org/licenses/by-sa/4.0)], via Wikimedia Commons

 

 

Genremalerei

 

Dieser Vanitas-Charakter war lange Zeit in der Kunst prägend. In der Genremalerei finden sich viele Darstellungen, die diesen allegorischen Inhalt des Lebens zusammen mit Kindern, Liebespaaren oder einer jungen Schönheit in den Mittelpunkt stellten. Nur langsam trat dieses Bildmotiv, der erhobene Zeigefinger, als solches in den Hintergrund und die künstlerische Ausdrucksform und der künstlerische Inhalt gewannen.

 
 

Daniel Chodowiecki (1726–1801), Kupferstich, 1774, aus: J. B. Basedows Elementarwerk mit den Kupfertafeln Chodowieckis u.a., Kritische Bearbeitung in drei Bänden, herausgegeben von Theodor Fritzsch. Dritter Band. Ernst Wiegand, Verlagsbuchhandlung Leipzig 1909, Beschreibung: Anfang des menschlichen Verstandes. d) Vermehrung der Erfahrenheit durch den Trieb, allerlei zu versuchen. Das Spiel mit Seifenblasen. Die Umkehrung eines vollen Glases mit einem engen Halse. Die versuchte Löschung des Feuers durch heißes Wasser, [Public domain] via Wikimedia Commons

Daniel Chodowiecki (1726–1801), Kupferstich, 1774, aus: J. B. Basedows Elementarwerk mit den Kupfertafeln Chodowieckis u.a., Kritische Bearbeitung in drei Bänden, herausgegeben von Theodor Fritzsch. Dritter Band. Ernst Wiegand, Verlagsbuchhandlung Leipzig 1909, Beschreibung: Anfang des menschlichen Verstandes. d) Vermehrung der Erfahrenheit durch den Trieb, allerlei zu versuchen. Das Spiel mit Seifenblasen. Die Umkehrung eines vollen Glases mit einem engen Halse. Die versuchte Löschung des Feuers durch heißes Wasser, [Public domain] via Wikimedia Commons

 
 

 

 

Spielerisches Lernen

 

Das Lernen von der Natur, die spielerische Beobachtung von Naturformen und Auseinandersetzung mit Gesetzmäßigkeiten bestimmen auch Architektur und Design. Frei Otto experimentierte mit weichen Formen wie Zellen, Wasserwirbeln oder Seifenblasen und ließ sich dadurch inspirieren. In der Baukunst führte dies zu einen Bruch mit dem gängigen System.

Koloman Moser (1868–1918),Teppichentwurf Daghestan „Seifenblasen“ für Backhausen, 1899, Bleistift und Aquarell auf Papier, 23,5 x 14 cm, [Public domain] via Wikimedia Commons

Koloman Moser (1868–1918),Teppichentwurf Daghestan „Seifenblasen“ für Backhausen, 1899, Bleistift und Aquarell auf Papier, 23,5 x 14 cm, [Public domain] via Wikimedia Commons

Giulio del Torre (1856-1932), Deutsch: Seifenblasen, 1900, rückseitig alt betitelt, signiert, datiert G. del Torre, Venezia 1900, Öl auf Holz, 24 x 18 cm, [Public domain] via Wikimedia Commons

Giulio del Torre (1856-1932), Deutsch: Seifenblasen, 1900, rückseitig alt betitelt, signiert, datiert G. del Torre, Venezia 1900, Öl auf Holz, 24 x 18 cm, [Public domain] via Wikimedia Commons

 

Schillernde Kraft der Farben

 

Vielleicht sollten wir einfach mal den Blick auf das spielerische Element der Seifenblasen richten. Uns beeindrucken lassen von der schillernden Kraft der Farben und uns in eine Fantasiewelt begeben, wie in der Kunst von Bettina Behrend. Loslassen vom Alltag, hinein in die Tagträume. Tagträume zerplatzen nicht nur. Aus  Träumen sind schon Visionen geworden und aus Visionen Kunstwerke. Und wenn nicht, so sind Seifenblasen doch wunderschöne Momente der Entspannung.

Über mich:
Fototextcollage (c) Heike Cybulski

Fototextcollage (c) Heike Cybulski

Hildegard Willenbring

Ich bin Kunsthistorikerin, Mentaltrainerin und Entspannungstrainerin. Weiterhin bezeichne ich mich als bekennende Betrachterin und Kunstliebhaberin. Texte über Kunst zu schreiben ist eine Leidenschaft von mir.

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