Der Blog über Kunst und Inspiration

Mythische Tiefe

Mythische Tiefe

oder

Ursprung des Lebens

 
Bildmotiv ist eine Stimmung am Meer. Der erste Blick fällt auf den dramatischen, hell-dunklen Wolkenwirbel, der fast bedrohlich nah den Betrachter streift. Aus dieser in dunklen, schattenreichen Blautönen gehaltenen Dynamik fließen helle Sonnenstrahlen über einen freien Himmel auf den hinteren Teil des Meeres und lassen diesen Lichtschein fast punktuell auf der bewegten Wasseroberfläche reflektieren. Außerhalb dieses Lichtkegels erstrecken sich diese Lichtfreflexionen in stark abnehmender Intensität über das dunkle, leichte aufgewühlte Wellenmuster des Meeres zum vorderen unteren Bildrand. Der starke Hell-dunkel-Kontrast bestimmt das Bild und unterstreicht die Dynamik der Stimmung. Die zahlreichen Nuancen des dunklen Blaus stehen so sehr im Gegensatz zu den pastellfarbenen Farbreihen, die sich um die Quelle  der durch die Wolken brechenden Sonnenstrahlen bilden. Der punktuelle Lichtschein auf dem Wasser markiert den Horizont, den Übergang von dem Meer zum Himmel. Die Dunkelheit umrahmt einen beinahe unwirklich wirkenden, friedlichen Abendhimmel am Meer. Einen Himmel den fast keine Wolke verschleiert. Ein offener und weiter Blick im Mittelpunkt des Bildes. Diese lichterfüllte Mitte zieht den Betrachter in die Tiefe des Bildes. Eine mythische Tiefe, fast wie das Meer.
 

Marion Wenge, Wann reißt der Himmel auf?, 2012, Acryl auf Leinwand, 50 x 70 cm, (c) Marion Wenge

Marion Wenge, Wann reißt der Himmel auf?, 2012, Acryl auf Leinwand, 50 x 70 cm, (c) Marion Wenge

Die Nähe von Wolken und Meer, das Erleben von Hell und Dunkel, das natürliche Farbenspiel vom Aufbrechen der Lichtwellen durch die Wolkenschicht hindurch beeindruckt uns Menschen immer wieder. Die Weite, die so schnell verschwinden wie auch erscheinen kann. Eine Dunkelheit, die fast gleichzeitig alle Farben des Lichtes freigeben kann. Der schnelle Wechsel von Unwetter und Aufklaren, verbunden mit der Tiefe des Blickfeldes, verzaubert an keinem anderen Ort so sehr wie am Meer. Es ist alles so nah beieinander. Die Ruhe und das Chaos, die Dunkelheit und das Licht, die Weite und die Nähe, die Angst und die Hoffnung. Es scheint fast wie der Ursprung des Lebens.

Danke Marion Wenge

Über mich:
Fototextcollage (c) Heike Cybulski

Fototextcollage (c) Heike Cybulski

Hildegard Willenbring

Ich bin Kunsthistorikerin, Mentaltrainerin und Entspannungstrainerin. Weiterhin bezeichne ich mich als bekennende Betrachterin und Kunstliebhaberin. Texte über Kunst zu schreiben ist eine Leidenschaft von mir.

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