Der Blog über Kunst und Inspiration

Insel der Gedankenwelt

Insel  der Gedankenwelt

Oder

Der Mut zum Leben

 
Die Bildkomposition zeigt ein Individuum vor einem Mauerrest sitzend.  Drei große horizontale Farbfelder kennzeichnen das Bild. Das untere Drittel weist die dunkle Farbmischung aus Grau- und Brauntönen auf, mittig befindet sich ein goldgelber, wärmender Streifen, der in ein großes klares Blau fließt. Die Mauerreste eines Gebäudes ragen von dem unteren Drittel in das sonnige Gelb, das auf  die Grau- und Brauntöne erhellend scheint. Die davor sitzende Person trägt schwarze, lässig wirkende Kleidung und Turnschuhe. Die Haltung des menschlichen Wesens besteht aus angezogenen Knien und verschränkten Armen, zusammengekauert, das Gesicht mit den Händen verborgen. Nur die roten  Haare ziehen die Aufmerksamkeit auf sich. Rechts neben dem Geschöpf stehen zwei Flaschen, ein dritte liegt auf dem Boden. Wie ein Schatten der Mauerreste wirken die angedeuteten Steine, die die Person mit den Mauerresten umrahmt. Auf der rechten Seite besteht eine leichte Verbindung zum Gelb. Der dargestellte Mensch ist gefangen in den eigenen Grübeleien. Er befindet sich auf seiner Insel der Gedankenwelt.

Poquito, Soledad (dt.: Einsamkeit), Motiv 2, 2014, Ölfarbe auf Leinwand mit Schattenfuge, 50 x 60 cm, (c) Poquito

Poquito, Soledad (dt.: Einsamkeit), Motiv 2, 2014, Ölfarbe auf Leinwand mit Schattenfuge, 50 x 60 cm, (c) Poquito

Der Betrachter schaut auf eine intime Szene. Ein Mensch, abgewandt von der Welt, hoffnungslos in sich zusammengesunken, isoliert von seiner Umgebung, gefangen in seinen Trümmern. Die Person nimmt weder die Beobachtung durch den Betrachter wahr, noch die erhellende Weite des Horizontes hinter sich. Der Betrachter schaut wie ein Außenstehender auf ein Geschehen und nur er erkennt die Weite und Wärme der Möglichkeiten. Fast möchte man als Betrachter diesen Menschen aufrütteln. Doch schon kommen die Erinnerungen. Das Aufstehen, die Befreiung aus den Grübeleien, das Wahrnehmen der Welt mit all ihren Möglichkeiten. Der Mut zum Leben.
 
Danke Poquito

Über mich:
Fototextcollage (c) Heike Cybulski

Fototextcollage (c) Heike Cybulski

Hildegard Willenbring

Ich bin Kunsthistorikerin, Mentaltrainerin und Entspannungstrainerin. Weiterhin bezeichne ich mich als bekennende Betrachterin und Kunstliebhaberin. Texte über Kunst zu schreiben ist eine Leidenschaft von mir.

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