Der Blog über Kunst und Inspiration

Ein Fuß in der Kunst

Ein Fuß in der Kunst

 

 

 

Wie komme ich auf so ein Thema?

Pierre-Auguste Renoir (1841–1919), Deutsch: Mädchen, sich die Füße trocknend, etwa 1890, Öl auf Leinwand, 65 × 55 cm, [Public domain] via Wikimedia Commons

Pierre-Auguste Renoir (1841–1919), Deutsch: Mädchen, sich die Füße trocknend, etwa 1890, Öl auf Leinwand, 65 × 55 cm, [Public domain] via Wikimedia Commons

 

Ich war im Badezimmer und habe meine Füße massiert und eingecremt. Da stand plötzlich Tivi vor mir. Tivi kennen Sie ja schon. Ich habe Sie im Beitrag Sehnsucht schon einmal vorgestellt. Tivi kommt und geht und steckt ihre Nase überall rein. So auch jetzt:„Was machst du da?“ – „Ich pflege meine Füße.“ – „Wieso?“- „Meine Füße sind mir sehr wichtig. Sie tragen mich den ganzen Tag.“-„…hmm… aber die sieht doch keiner. Du trägst doch immer Schuhe.“-„ Es sind meine Füße, die dorthin gehen, wo mein Kopf hin will. Jeden Tag. Egal welche Schuhe ich gerade trage oder wie unwegsam der Weg ist, den ich gehe. Ich bin ihnen sehr dankbar, deswegen pflege ich meine Füße.“-„Wenn Füße so wichtig sind, gibt es dann auch Kunstwerke, die Füße in den Mittelpunkt stellen?“-„Tja, kann ich dir nicht so einfach beantworten.“-Und schon strahlt mich Tivi wieder an:„Super! Dann machen wir wieder etwas zusammen!“ So ist das Thema entstanden. Ein Fuß in der Kunst.

 

 

Matthäus Merian (1568 - 1622), Kupferstich in Michael Maiers Buch 'Atalanta Fugiens'. Emblem XXVII. Ein Mann, der die Hände nicht regt und keine Füße hat, steht ratlos vor dem verschlossenen Rosengarten. 1617–1618, [Public domain] via Wikimedia Commons

Matthäus Merian (1568 – 1622), Kupferstich in Michael Maiers Buch ‚Atalanta Fugiens‘. Emblem XXVII. Ein Mann, der die Hände nicht regt und keine Füße hat, steht ratlos vor dem verschlossenen Rosengarten. 1617–1618, [Public domain] via Wikimedia Commons

 

Hand und Fuß haben

 
Diese Redewendung spricht über eine gute Planung oder Vorbereitung einer Handlung, über die Strategie und das Sortieren der Handlungsmöglichkeiten. Ein Überbleibsel alter Rechtsbräuche wird spätesten ab dem 16. Jahrhundert als Redensart für die Durchdachtheit eines Vorhabens gebraucht.
 

 

 

 

Neogotisches Buntglasfenster mit Symbolen für die Himmelfahrt Christi, Pfarrkirche Aigen im Mühlkreis, 1897-1901, Fotografie von Wolfgang Sauber (Eigenes Werk) [GFDL (http://www.gnu.org/copyleft/fdl.html) oder CC BY-SA 3.0 (http://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0)], via Wikimedia Commons

Neogotisches Buntglasfenster mit Symbolen für die Himmelfahrt Christi, Pfarrkirche Aigen im Mühlkreis, 1897-1901, Fotografie von Wolfgang Sauber (Eigenes Werk) [GFDL (http://www.gnu.org/copyleft/fdl.html) oder CC BY-SA 3.0 (http://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0)], via Wikimedia Commons

 
 

 

Der Fuß als Symbol

 
Die Darstellungen des nackten Fußes gehen einher mit den Bedeutungen von Armut oder Demut, mit Natürlichkeit, mit Macht, mit der Verbindung zur fruchtbaren Erde. Das sind nur einige Bedeutungsvarianten. Mit der modernen Traumdeutung und einer offenen und freien Suche der Künstler nach eigenen Bildinhalten kommen zahlreiche neue Motive in die Kunst. In dieser Abbildung im Buntglasfenster der Pfarrkirche Aigen sind die Füße losgelöst von der Erde und als Symbol für die Himmelfahrt in der christlichen Kunst zu verstehen.

 

Menschlicher linker Fußabdruck, Fotografie, 2012, von Hans-Joachim Fröde (Acf) (Eigenes Werk) [CC BY-SA 4.0 (http://creativecommons.org/licenses/by-sa/4.0)], via Wikimedia Commons

Menschlicher linker Fußabdruck, Fotografie, 2012, von Hans-Joachim Fröde (Acf) (Eigenes Werk) [CC BY-SA 4.0 (http://creativecommons.org/licenses/by-sa/4.0)], via Wikimedia Commons

Fußspuren

Der Abdruck eines Fußes hat in den religiösen Motiven eine Tradition z.B. als Wegweiser oder als spirituelles Symbol. Ganz neu hat der Künstler Simon Beck die Fußabdrücke für sich entdeckt. In seiner Snow Art wandert er vorwiegend mathematische Muster in den Schnee. Hilfsmittel sind dabei Schneeschuh, Kompass, Karte und Maßband und eine vorherige Planung. Seine vergänglichen Originale haben die Dimension eines oder mehrerer Fußballfelder. Dann macht er ein Foto von seinen Kunstwerken, die trotz Wetter und Zeitdruck fertiggeworden sind.

 

Pieter Bruegel der Ältere (um 1525/30 -1569) Detail Füße im Wasser aus: Die Kinderspiele, um 1560, Öl auf Holz, 118 × 161 cm, Kunsthistorisches Museum Wien, [Public domain] via Wikimedia Commons

Pieter Bruegel der Ältere (um 1525/30 -1569) Detail Füße im Wasser aus: Die Kinderspiele, um 1560, Öl auf Holz, 118 × 161 cm, Kunsthistorisches Museum Wien, [Public domain] via Wikimedia Commons

 
 

Zeigt her eure Füße

 
Und dann bin ich auf folgende Situationsbeschreibung gestoßen: Sie werden in einem Vorstellungsgespräch aufgefordert, Ihre nackten Füße zu zeigen. Ihre Füße, die Form und die Gepflegtheit, sollen aussagen, welches Potential in Ihnen steckt und ob Sie für den Job geeignet sind. Das scheinbar Unsichtbare hervorheben und in den Mittelpunkt stellen. Das ist im Leben wie in der Kunst spannend und eröffnet neue Perspektiven. Kein geringer als Rüdiger Dahlke erklärt in seinem Buch die Sprache der Füße.

Ich für meinen Teil freue mich auf wärmere Tage und darauf, an einem Fluss sitzend wieder einmal die Füße im Wasser baumeln zu lassen, das fließende Wasser an meinen Füßen zu spüren und den Moment zu genießen.

 

Über mich:
Fototextcollage (c) Heike Cybulski

Fototextcollage (c) Heike Cybulski

Hildegard Willenbring

Ich bin Kunsthistorikerin, Mentaltrainerin und Entspannungstrainerin. Weiterhin bezeichne ich mich als bekennende Betrachterin und Kunstliebhaberin. Texte über Kunst zu schreiben ist eine Leidenschaft von mir.

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