Der Blog über Kunst und Inspiration

Der Moment der Inspiration

Der Moment der Inspiration

Oder

Vernunft und Sensibilität

 
 

Louis-Michel van Loo (1707–1771), Porträt des Denis Diderot (1713-1784), 1767, Öl auf Leinwand, 81x 65 cm, [Public domain] via Wikimedia Commons

Louis-Michel van Loo (1707–1771), Porträt des Denis Diderot (1713-1784), 1767, Öl auf Leinwand, 81x 65 cm, [Public domain] via Wikimedia Commons


 
Zu sehen ist das Porträt eines Mannes, dargestellt in einer sitzenden Pose vor einem Tisch, dem Betrachter zugewandt, der Hintergrund in einem dunklen Grau-Braunton gehalten. Von außerhalb der Bildfläche erhellt eine Lichtquelle die Person und einen Teil der Rückwand. Der Mann ohne Perücke mit angegrautem Haar ist gekleidet in einer Gewand und einer Weste aus glänzendem blauem Satin und einem feinem, weißen Hemd mit Rüschenbesatz. Auf dem Tisch befinden sich locker aufeinandergelegte, beschriebene und gefaltete Blätter, ein Tintenfass, ein roter Wachsstick und ein Siegel. In der rechten Hand hält der Mann eine Feder, deren Spitze kurz vor einem Papier in der Luft steht. Eine schreibende, innehaltende Pose. Das Gesicht des Mannes zeigt eine leichte Röte, der Gesichtsausdruck ist weich, zart lächelnd, die lebhaften Augen schauen auf den Ort des Lichtes, außerhalb des Bildes. Der Blick vom Betrachter abgewandt. Die linke Hand ist in angehobener Haltung mit einem leicht erhobenen Zeigefinger auf etwas hindeutend. Blick und Finger weisen auf etwas außerhalb des Bildes hin. Auf die Sicht der Welt eines Schriftstellers. Auf die Ideen eines Philosophen. Auf die Vision. Der Moment der Inspiration.
 
Der Betrachter schaut auf eine Situation, die für ihn normalerweise verborgen ist. Auf eine Person, die die Anwesenheit des Betrachters nicht bemerkt. Ein privater Augenblick, keine offizielle Handlung oder Haltung. Auf die Aktivität des Geistes und die Empfindsamkeit eines Menschen. Auf die Anerkennung eines Berufsstandes und die Privatheit der Erkenntnis. Vernunft und Sensibilität.
 
 

LebensWandel

Der Instinkt Bedürfnisse suchend,

Die Gefühle das Selbst stärkend,

Der Verstand die Emotionen vertreibend,

um die Welt zu erobern,

um die Autobahn des Lebens zu erbauen.

Getrieben durch die Zeit,

Begrenzt durch die Vernunft,

Festsitzend im Raum.

Eine Besonderheit die Wände durchbrechend,

Die Aufmerksamkeit das Andere berührend,

Die Sinne durch das Neue geschärft,

zur Bildung eines Dualismus,

zu einem Spannungsfeld des Lebens.

Befreit durch die Weite,

Koloriert durch die Facetten,

Ausbalanciert im Selbst.

 (Copyright H. Willenbring, 2016)

 

 

Über mich:
Fototextcollage (c) Heike Cybulski

Fototextcollage (c) Heike Cybulski

Hildegard Willenbring

Ich bin Kunsthistorikerin, Mentaltrainerin und Entspannungstrainerin. Weiterhin bezeichne ich mich als bekennende Betrachterin und Kunstliebhaberin. Texte über Kunst zu schreiben ist eine Leidenschaft von mir.

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