Der Blog über Kunst und Inspiration

Daisy Gänseblümchen

Daisy Gänseblümchen

 
 

Ida Waugh (c. 1846-1919), Gartenmauer und Gänseblümchen, etwa 1888, Zeichnung und Aquarell, Quelle http://www.reusableart.com/d/5429-3/daisies-02.jpg , [Public domain] via Wikimedia Commons

Ida Waugh (c. 1846-1919), Gartenmauer und Gänseblümchen, etwa 1888, Zeichnung und Aquarell, Quelle http://www.reusableart.com/d/5429-3/daisies-02.jpg , [Public domain] via Wikimedia Commons

Mädchensblume

Bruno Liljefors (1860–1939), Rebhuhn mit Gänseblümchen, 1890, Öl auf Leinwand, 33 × 43,5 cm, [Public domain] via Wikimedia Commons

Bruno Liljefors (1860–1939), Rebhuhn mit Gänseblümchen, 1890, Öl auf Leinwand, 33 × 43,5 cm, [Public domain] via Wikimedia Commons

Im Frühjahr bei Sonne spazieren zu gehen, ist ein wunderbares Erlebnis. Besonders, wenn man wie ich in der Stadt wohnt. In den Grünanlagen blüht es, die Vielfalt der Farben ist wieder zurück. Darüber freue ich mich. Im Alltag sieht das dann schon anders aus. Oft passiert es mir leider, dass mir das gar nicht auffällt, weil ich mit meinen Gedanken weit weg bin. Aber dann, wie vor Kurzem, habe ich schmunzeln müssen. Zwischen all den Autos, die hier in Berlin auf den Straßen anzutreffen sind, waren auf einem schmalen Grünstreifen ein Meer von Gänseblümchen oder Mädchensblumen zu sehen. Der Frühlingsgruß auf schmutzigen Rasen, das Leben, das sich trotz widriger Umstände nach der Winterpause zurückmeldet. Das Unscheinbare, das auf einmal sichtbar wird.
 
 

Tausendschön

Vincent van Gogh (1853–1890), Still Life with a Bouquet of Daisies (dt. Stillleben mit einem Strauß Gänseblümchen), Frankreich, 1885, Öl auf Leinwand, 41,6 × 57,2 cm, [Public domain] via Wikimedia Commons

Vincent van Gogh (1853–1890), Still Life with a Bouquet of Daisies (dt. Stillleben mit einem Strauß Gänseblümchen), Frankreich, 1885, Öl auf Leinwand, 41,6 × 57,2 cm, [Public domain] via Wikimedia Commons

Diese kleine, einfache Wiesenblume ist eine Heilpflanze mit den vorwiegend weißen Blütenblättern, die einen gelben Kern strahlenförmig umgeben.  Im deutschsprachigen Gebiet hat das Monatsröserl so unendlich viele Bezeichnungen, die vielleicht auch so einiges über das Wesen dieser Buntblume und über die Symbolik wiedergeben, die sie in der Kunst erhält. Passend zum Namen Tausendschön fällt mir dabei ein, dass die Blüte sich nur bei Sonnenschein öffnet und bei Regen und bei Nacht verschlossen ist. Dieser kleine Blütenkopf des Maßliebchens dreht sich wie ihre große Schwester, die Sonnenblume, mit der Sonne.

Detail aus dem Ischtar-Tor, eines der Stadttore von Babylon , unter der Herrschaft von Nebukadnezar II. (605–562 v. Chr.) errichtet, von Radziem (Eigenes Werk) [Public domain], via Wikimedia Commons

Detail aus dem Ischtar-Tor, eines der Stadttore von Babylon , unter der Herrschaft von Nebukadnezar II. (605–562 v. Chr.) errichtet, von Radziem (Eigenes Werk) [Public domain], via Wikimedia Commons

Himmelsblume

Piero di Cosimo (1462–1521), Ein Satyr betrauert eine Nymphe, Der Tod der Prokris, etwa 1495, Öl auf Pappelholz, 65,4 × 184,2 cm, [Public domain], via Wikimedia Commons

Piero di Cosimo (1462–1521), Ein Satyr betrauert eine Nymphe, Der Tod der Prokris, etwa 1495, Öl auf Pappelholz, 65,4 × 184,2 cm, [Public domain], via Wikimedia Commons

Das Marienblümchen steht für kindliche Unschuld, Treue, Glaube, Reinheit, Liebe und Freude. Kein Wunder also, dass die Mondscheinblume u.a. in der nordischen Mythologie der Göttin Freya zugeschrieben wurde, im Christentum dann der Mutter Maria. In der Kunst ist das Geissblüemli fast immer in einer Nebenrolle anzutreffen. Der symbolhafte Hintergrund. Unscheinbar, aber bedeutend. Wie im richtigen Leben.

 

Karl Witkowski (1860–1910), Zwei Mädchen spielen auf einem Feld mit Gänseblümchen, 1900, Öl auf Leinwand, 50,8 × 76,2 cm, [Public domain] via Wikimedia Commons

Karl Witkowski (1860–1910), Zwei Mädchen spielen auf einem Feld mit Gänseblümchen, 1900, Öl auf Leinwand, 50,8 × 76,2 cm, [Public domain] via Wikimedia Commons

Jules-Cyrille Cavé (1859–1940), English: My Daisies, 1901, Öl auf Leinwand, 28 × 23 cm, [Public domain] via Wikimedia Commons

Jules-Cyrille Cavé (1859–1940), English: My Daisies, 1901, Öl auf Leinwand, 28 × 23 cm, [Public domain] via Wikimedia Commons

 

Herzblümle

 
Und dann gibt es da noch die eigenen Erinnerungen an die Kindheit. Auf einer Wiese sitzen, einen Kranz aus Maisüsschen flechten. Oder einem Maltevkes die Blütenblätter abzupfen und dabei mit einem Reim abzuzählen: „Er liebt mich, er liebt mich nicht, er liebt mich ….“
 
Oder in der Sprache der Blumen:
 
„Dies Blümchen spricht:
Mußt nicht an mir vorübergehn,
O lern‘ mein still Gemüt verstehn!“

Über mich:
Fototextcollage (c) Heike Cybulski

Fototextcollage (c) Heike Cybulski

Hildegard Willenbring

Ich bin Kunsthistorikerin, Mentaltrainerin und Entspannungstrainerin. Weiterhin bezeichne ich mich als bekennende Betrachterin und Kunstliebhaberin. Texte über Kunst zu schreiben ist eine Leidenschaft von mir.

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