Der Blog über Kunst und Inspiration

Couleur des Lebens

Couleur des Lebens

 

Claude Monet (1840–1926), Deutsch: Sommer, 1874, Öl auf Leinwand, 57 x 80 cm, [Public domain] via Wikimedia Commons

Claude Monet (1840–1926), Deutsch: Sommer, 1874, Öl auf Leinwand, 57 x 80 cm, [Public domain] via Wikimedia Commons

 Der Sommer

Johann Wilhelm Götz (1732-1762), Der Sommer, Ludwigsburg 1760-1762, allegorische Darstellung der vier Jahreszeiten. hier "Der Sommer", in Gestalt eines poussierenden Pärchens auf einer rocaillegeschmückten Bank,(c) von ArishG (Eigenes Werk) [CC BY-SA 3.0 (http://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0)] via Wikimedia Commons

Johann Wilhelm Götz (1732-1762), Der Sommer, Ludwigsburg 1760-1762, allegorische Darstellung der vier Jahreszeiten. hier „Der Sommer“, in Gestalt eines poussierenden Pärchens auf einer rocaillegeschmückten Bank,(c) von ArishG (Eigenes Werk) [CC BY-SA 3.0 (http://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0)] via Wikimedia Commons


 
Die melodisch klingenden Begriffe wie Sommersonnenwende und Tagundnachtgleiche des Herbstes umrahmen auf der Nordhalbkugel der Erde die Zeit der intensiven Farben, der warmen Sonnenstrahlen, der unglaublich schönen Palette aus Blüten und Früchten. Allein die Vielfalt der Grüntöne berauscht mich immer wieder. Die beste Jahreszeit, finden viele. So wundert es nicht, dass der Sommer in der Kunst gleichgesetzt ist mit dem besten Lebensalter des Menschen, mit Früchten und Kornähren. Ein stattlicher Mann oder eine Frau mit voller, entblößter Brust stehen in der Kunst als Personifikationen für den Sommer.

 

Giuseppe Arcimboldo (etwa 1527-1593), Sommer, 1573, Öl auf Leinwand, 76 × 63,5 cm [Public domain] via Wikimedia Commons

Giuseppe Arcimboldo (etwa 1527-1593), Sommer, 1573, Öl auf Leinwand, 76 × 63,5 cm [Public domain] via Wikimedia Commons

Ernst Schweinfurth (1818-1877), Getreideernte in der römischen Campagna. Signiert und Ortsbezeichnung Roma. Öl auf Leinwand. 82 x 119 cm, spätestens 1877 [Public domain], via Wikimedia Commons

Ernst Schweinfurth (1818-1877), Getreideernte in der römischen Campagna. Signiert und Ortsbezeichnung Roma. Öl auf Leinwand. 82 x 119 cm, spätestens 1877 [Public domain], via Wikimedia Commons


 

 

 

 

Ungezwungenheit und Heiterkeit

 

Édouard Manet (1832–1883), Le Déjeuner sur l'herbe (dt. Frühstück im Grünen), 1863, Öl auf Leinwand, 208 × 264 cm, [Public domain] via Wikimedia Commons

Édouard Manet (1832–1883), Le Déjeuner sur l’herbe (dt. Frühstück im Grünen), 1863, Öl auf Leinwand, 208 × 264 cm, [Public domain] via Wikimedia Commons

Suzanne Valadon (1865-1938), Le Lancement du filet, huile sur toile (Das Auswerfen der Netze) 1914, Musée des beaux-arts de Nancy, [Public domain oder CC BY-SA 3.0 (http://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0)] via Wikimedia Commons

Suzanne Valadon (1865-1938), Le Lancement du filet, huile sur toile (Das Auswerfen der Netze) 1914, Musée des beaux-arts de Nancy, [Public domain oder CC BY-SA 3.0 (http://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0)] via Wikimedia Commons


 
Lange, lauschige und warme Sommerabende, heiße Tage mit der Fülle des Lebens, der Sommer verzaubert immer wieder. Es mag an der Wirkung der Sonnenstrahlen liegen und der damit verbundenen Freisetzung der Glückshormone im Körper (z.B. Endorphine, Serotonin, Vitamin D), dass die sommerliche Freizügigkeit mit dem emotionalen Rausch sich im täglichen Leben breit macht. Eine Zwanglosigkeit und Lebensfreude, die sich auch in der Kunst findet. Das Ausleben von Fantasie und Wunsch. Die weibliche Nacktheit in den sommerlichen Genres von Kunstwerken inmitten der alltäglichen Situation, wie bei Tizian, Manet und Cézanne. Sehr selten trifft sich auch einmal ein männliches Gegenpart.

 

Städtisches Leben und Landleben

Hans Thoma (1839–1924), Sommer, 1872, Öl auf Leinwand, 76 x 104 cm, [Public domain] via Wikimedia Commons

Hans Thoma (1839–1924), Sommer, 1872, Öl auf Leinwand, 76 x 104 cm, [Public domain] via Wikimedia Commons

Pierre-Auguste Renoir (1841–1919), Le Déjeuner des canotiers (Das Frühstück der Ruderer), 1881, Phillips Collection, Washington, [Public domain], via Wikimedia Commons

Pierre-Auguste Renoir (1841–1919), Le Déjeuner des canotiers (Das Frühstück der Ruderer), 1881, Phillips Collection, Washington, [Public domain], via Wikimedia Commons


 
Das Gefühl von Lebenslust und Leichtigkeit, von Geselligkeit und freier Wohnkultur kurbelt im Frühsommer das Leben in der Stadt an. Das Draußen wird zum zweiten Wohnzimmer, in dem man sich mit Freunden trifft, sich zeigt, gemeinsam speist. Die Vielfalt der Farben, der Stimmen, der Gerüche füllt die Luft, regt die Sinne an und reiht sich ein in die sommerliche Atmosphäre. Zu Zeiten der großen Hitze flieht der Städter jedoch gern aufs Land, ans Meer. Die Flucht vor dem schmelzenden Asphalt, den aufgeheizten Mauerwerken, die die Außentemperaturen zusätzlich noch anheizen, den fehlendem, erfrischenden Windböen der Straßen. Heute wie auch schon vor hundert Jahren und mehr zeigt sich eine Tendenz hinaus aufs Land. Ganz wie in dem Film „Das Verflixte 7. Jahr“ . Eine humorvolle, filmische  Satire von Billy Wilder über Fantasie und Projektionen von Männern auf Frauen aus den 50er Jahren des 20.Jahrhundert.

Joaquín Sorolla (1863–1923), Ninos a la orilla del mar (Kinder an der Küste), 1903,Öl auf Leinwand, 96,2 × 130,5 cm, [Public domain] via Wikimedia Commons

Joaquín Sorolla (1863–1923), Ninos a la orilla del mar (Kinder an der Küste), 1903,Öl auf Leinwand, 96,2 × 130,5 cm, [Public domain] via Wikimedia Commons

 
 

 Die Früchte des Sommers

Levi Wells Prentice (1851–1935), Harvest, Öl auf Leinwand, 30.5 x 45.7 cm. [Public domain] via Wikimedia Commons

Levi Wells Prentice (1851–1935), Harvest, Öl auf Leinwand, 30.5 x 45.7 cm. [Public domain] via Wikimedia Commons


 
Eindeutig mit dem Sommer verbinde ich ja die Vielzahl an Früchten, an Blumen, an das Gelb der Felder. Die Fülle an Früchten, so saftig und vollmundig. Der Duft z.B. von Aprikosen, die Frische der neuen Ernte von Äpfeln, der Geruch von Sommerregen auf trockener Erde, eine Wiese mit Blumen und Schmetterlingen. Und dann dieses italienische „Dolce far niente“.  Faulenzen in der Sonne, Schwimmen im Meer, mit Freunden im Park picknicken. Ein Gewinn an Eindrücken und Genüssen, die einen langen Winter dann als Erinnerungen wieder aufhellen können.

John Singer Sargent (1856–1925), Dolce Far Niente, zwischen 1905 und 1909, Öl auf Leinwand, 41,3 × 71,7 cm, [No restrictions oder Public domain] via Wikimedia Commons

John Singer Sargent (1856–1925), Dolce Far Niente, zwischen 1905 und 1909, Öl auf Leinwand, 41,3 × 71,7 cm, [No restrictions oder Public domain] via Wikimedia Commons

Otto Scholderer (1834–1902), Stilleben mit Weidenkorb, Herausrollenden Aprikosen und violettem Zwergasternstrauss. Öl auf Leinwand, [Public domain], via Wikimedia Commons

Otto Scholderer (1834–1902), Stilleben mit Weidenkorb, Herausrollenden Aprikosen und violettem Zwergasternstrauss. Öl auf Leinwand, [Public domain], via Wikimedia Commons


 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 Sonnenblume

 

Vincent van Gogh (1853–1890), Deutsch: Garten mit Sonnenblume und weiblicher Figur, Paris, Sommer 1887, Öl auf Leinwand, 42,5 x 35,5 cm, [Public domain] via Wikimedia Commons

Vincent van Gogh (1853–1890), Deutsch: Garten mit Sonnenblume und weiblicher Figur, Paris, Sommer 1887, Öl auf Leinwand, 42,5 x 35,5 cm, [Public domain] via Wikimedia Commons

 
 
Und was wäre ein Sommer ohne die Sonnenblumen?  Sie steht für das Strahlen eines unvergesslichen Sommers, für Fröhlichkeit, Wärme und Zuversicht.  Der römische Dichter Ovid (ca. 43 v.Chr. – 17 n.Chr.) beschreibt in einem Gedicht (Metamorphose, Buch 4) ein Szene über ein Mädchen namens Clytia, die sich in den Sonnengott Apollon verliebt hat. Die Liebe war nur eine einseitige. Clytia setzte sich vor Sehnsucht nackt auf einen Felsen,  aß und trank nichts und beklagte ihr Unglück neun Tage lang. Sie schaute dem Sonnengott bei seiner Fahrt am Himmelsgewölbe nach und verwandelte sich in eine Sonnenblume.  Noch immer dreht sich die Blüte sehnsüchtig nach der Sonne. Eine Geschichte um Liebe und Sehnsucht, die auch zu einem Sommer gehört. Wem fällt bei dem Thema  Sonnenblumen und Kunst nicht gleich Vincent van Gogh  ein?

 
Genießen Sie die letzten Tage des Sommers! Sammeln Sie bewusst Ihre Eindrücke! Bis zum nächsten Sommer!
 

Über mich:
Fototextcollage (c) Heike Cybulski

Fototextcollage (c) Heike Cybulski

Hildegard Willenbring

Ich bin Kunsthistorikerin, Mentaltrainerin und Entspannungstrainerin. Weiterhin bezeichne ich mich als bekennende Betrachterin und Kunstliebhaberin. Texte über Kunst zu schreiben ist eine Leidenschaft von mir.

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