Der Blog über Kunst und Inspiration

Bianca Schulz. Das Interview

Bianca Schulz. Das Interview.

Abstrakt Intuitive Malerei

 
 

Die Künstlerin und ihre Arbeit – Das Portrait eines Künstlers in Worten

 

Das Interview

 

1. Gibt oder gab es eine Person in Ihrem Leben, die Ihr Denken und Ihre Einstellung gegenüber Ihrer Arbeit entscheidend beeinflusst oder geprägt hat?

Bianca Schulz, Künstlerporträt, Abstrakt Intuitive Malerei, (c) Swantje Schulz

Bianca Schulz, Künstlerporträt, Abstrakt Intuitive Malerei, (c) Swantje Schulz

Während meiner Schulzeit hatte ich eine Lehrerin, die mir die Augen für die Vielfalt der Kunst geöffnet hat. Sie besuchte mit uns Ausstellungen, und in diesem Rahmen beschäftigten wir uns intensiv mit den Leben der Künstler, so weit, dass im Kunstunterricht eigene Interpretationen zu bekannten Kunstwerken umgesetzt wurden.

Damals schon habe ich mich sehr emotional auf Kunst eingelassen. Für mich waren die Bilder von z.B. Friedensreich Hundertwasser Türen zu einer anderen Welt, einer Welt der Farben und Möglichkeiten. Ich bin schon damals immer wieder in seinen Bildern hin und her gereist und habe mich von den Farben und Formen, von der Vielfalt der Details, aber auch vom Großen und Ganzen einnehmen lassen.

Mein persönlicher Zugang zur Kunst ist, dass ich stark auf Farben und Farbkombinationen reagiere. Alles, was ich mit Schönheit verbinde, entsteht durch Farbzusammenstellungen, die ich entweder vor mir sehe oder in meinem Kopf mit Menschen oder Emotionen verbinde.

Das Zusammenspiel der Werke großer Künstler mit deren Leben inspiriert mein Leben und beeinflusst meine Arbeit.

In meinen Bildern lasse ich mich bewusst auf Prozesse ein und, auch wenn meine punktuelle Aufmerksamkeit dem Moment gilt, können sich im Prozess Bilder wandeln, so dass ich zu einem Titel auch mehrere Bilder malen kann. Gewachsene Sichtweisen aus den Prozessen des Lebens und aus der Begegnung und Auseinandersetzung mit Menschen.

 

2. Wie bilden sich Ideen für Ihre Arbeit? Was inspiriert Sie?

Ich lasse mich ehrlich gesagt schnell inspirieren.

Alles, was in mir Emotionen hervorruft und mich bewegt, lässt mich aufmerken. Ich fange an weiter zu denken, weiter zu fühlen und Bezüge zu meinem Inneren herzustellen.

Ideen für meine Arbeiten bilden sich oft aus Begegnungen und Gesprächen, aus der Auseinandersetzung mit mir und Herausforderungen, denen ich mich im Bild stelle.

Mich inspirieren gute Freunde, meine Kinder, die Natur, Formen und Strukturen, die Vielfalt der Lebens.

 

3. Welches Material bevorzugen Sie und warum?

Acrylfarben mag ich aufgrund der schnellen Trocknungszeiten besonders gerne.

In letzter Zeit male ich vermehrt mit Pastellkreiden, die mich wegen der hohen Pigmentierung und ihrer Strahlkraft faszinieren.

Ich male mit den Händen, mit Spachteln, Pinseln, binde Pinsel selber, schneide Schablonen, drucke mit allem, was mir in die Finger kommt, spraye, male mit Bürsten und mit Schnüren, mische mir aus allem Möglichen Strukturpasten selber an.

Mit Kohle und Tuschen möchte ich mich in nächster Zeit vermehrt beschäftigen. Kohle, weil sich das malen mit Kohle so gut anfühlt. Die Begegnung von Kohle und Papier geht durch und durch.

 

4. Wie lassen Sie sich auf eine neue Arbeit ein?

Meine Bilder sind immer wieder Momentaufnahmen.

Ich versuche, meine Gedanken und Emotionen auf Papier, Leinwand oder Holzfaserplatten zu bringen.

Manchmal lese ich zu meinen Gedanken noch Gedichte von Eva Strittmatter oder Erich Fried, höre Musik und dann verdichten sich Gedanken, werden lauter und ich öffne mich…
 

5. Wie drückt sich Realität und Intuition in Ihrer Arbeit aus?

Bianca Schulz, Zwischen schwarz und weiß, kommt Bewegung in unser Denken und Verstehen, 2016, aus der Reihe "Zwischen Schwarz und Weiß... ", Acryl auf Leinwand, 50 x 60, (c) Bianca Schulz

Bianca Schulz, Zwischen schwarz und weiß, kommt Bewegung in unser Denken und Verstehen, 2016, aus der Reihe „Zwischen Schwarz und Weiß… „, Acryl auf Leinwand, 50 x 60, (c) Bianca Schulz

Ich glaube, Realitäten liegen für mich im Rückblick. Sie beinhalten meine Geschichte und das, was mich daraus begleitet, meine Reaktionen darauf. Meine persönliche Realität ist das Vergangene, was so war wie es war.

An der Realität kann ich nichts verändern, und ich kann mir auch nichts schön malen, wenn es nicht so war. Also ich könnte schon, möchte ich aber nicht 😉

Realität verändert sich für mich laufend und ist eine Momentaufnahme der Essenz des Ganzen. Im nächsten Moment bin ich aber mit neuen Realitäten konfrontiert.

Meine Intuition beinhaltet das über viele Jahre Erarbeitete und Gewonnene darzustellen. Immer wieder den Point Zero herzustellen, von dem aus die Reise weiter geht.

Meine Intuition ist bei der Hoffnung gefragt, ein Stück weiter zu denken und zu fühlen. Wünschen und Hoffnungen Raum zu geben, einen friedvollen Blick auf meinen Rückblick zu schaffen, Versöhnung mit Geschichten und Menschen zu ermöglichen.

Durch die Intuition kann ich, ungeachtet der Realität, Hoffnung und lebensfreundliche Sichtweisen darstellen, Schwere herausnehmen und durch Hoffnung ersetzen.
 

6. Beschreiben Sie Ihre Arbeitsmethode?

Meine Arbeitsmethoden verändern sich immer wieder. Grundsätzlich lässt sich sagen, dass ich sehr gerne spachtle. Am liebsten auf einem Holzuntergrund. Auftragen, abtragen, auftragen, abtragen und sehen was bleibt. So entstanden die meisten meiner Waldbilder.

Ansonsten arbeite ich gerade viel auf Papier. Meine „Basic“-Reihe ist mir ganz nah, weil sie Altes und Neues und Hoffnungen zusammen fasst und den Prozessen im Menschen Ausdruck verleiht.

Ich grundiere das Papier stellenweise. Meistens nehme ich dafür Acrylfarben. Dann schreibe ich Gedanken, Gedichte oder Textstellen aus Büchern, die mich ansprechen, in die oftmals noch feuchten Farben hinein. Es sind Worte, die mit gefühlten Realitäten zu tun haben und häufig ein Sinnbild für Unabänderliches sind. Dann arbeite ich mit dem, was da ist, weiter auf der Suche nach Hoffnung.

Ich suche Möglichkeiten, fasse Gedanken und Gefühle in Farben, drucke, suche Wege, schneide Schablonen, die ich nutze, trage Farbe auf und nehme sie teilweise wieder weg.

Ich suche einen freundlichen Blick auf das Geschehene, was sowohl zum Bild gehört, als auch zum Menschen.

Ich bediene mich der mir zur Verfügung stehenden Mittel, spiele mit Material und Farben, um Leichtigkeit hinzuzufügen und Raum zu schaffen für Möglichkeiten.

Ob ich nun Küchenrolle zum Stempeln, oder Pinsel aus Ästen nehme – ich arbeite mich durch das Bild.

Das Malen ist für mich ein Gespräch zwischen dem Bild und mir, dem Bild und dem Leben, dem Bild und der Hoffnung. Ich glaube, man kann sich auch vorstellen, dass dieser Prozess für mich wohltuend ist.

Mein Blick verändert sich im Arbeitsablauf. Es entsteht ein Bild voller Hoffnung für die Zukunft. Ein Abbild von Möglichkeiten, verschiedenen Sichtweisen auf einem lebensfreundlichen Weg.

Schicht für Schicht und Schritt für Schritt. Zwiesprache mit dem Leben.

 

7. Wo sehen Sie die Herausforderung Ihrer Kunst für den Betrachter?

Kunst muss gefallen.

Ich schätze die Vielfalt sehr, die es in der Kunst gibt.

Jeder Mensch hat einen anderen Zugang zur Kunst. Ich empfinde es als Bereicherung, wenn Bilder einen Menschen finden, zu denen sie sprechen können.

Die Herausforderung bei meinen Bildern ist sicher die Fülle und für einige Menschen auch das Bunte.

Ich bin nicht festgelegt auf bestimmte Techniken. Es geht mir immer darum eine Ausdrucksform zu finden und die ist für jeden anders.

Kunst muss irgendetwas in einem zum Klingen bringen und es muss passen.
 

8. Wann ist für Sie die Arbeit an Ihrem Kunstwerk abgeschlossen oder wirkungsvoll?

Die Arbeit an einem Bild ist dann abgeschlossen, wenn sich meine Gefühle, meine Gedanken, Hoffnungen, Möglichkeiten und Prozesse im Bild miteinander verbinden.

Oftmals steht das Bild eine Weile im Raum. Immer wieder lasse ich mich ein, auf eine Reise durch das Bild, und  stelle mir immer wieder die Frage, ob das Maß an Hoffnung reicht und ob die Offenheit, die ich vermitteln möchte, da ist. Das ist meine Messlatte.

 

9. Beschreiben Sie Ihr künstlerisches Anliegen?

Vor allem freue ich mich, wenn Menschen meine Bilder gefallen. Menschen sind unterschiedlich und werden von Unterschiedlichem angesprochen.

Mein künstlerisches Anliegen ist es, eine Projektionsfläche zu bieten.

Einen Zugang zu schaffen, um Hoffnung zu schöpfen, Raum zu finden, Sein zu können, Farben auf sich wirken zu lassen und Mut zu fassen.

Eine Brücke zu bauen zwischen Mensch, zwischen Gestern und Heute und den Blick auf Hoffnung zu lenken und anerkennend Entwicklungen zu sehen.

Bianca Schulz, Picknick im Park, aus der Reihe Basics, 2016, Pastellkreide, Acryl,Tusche auf Karton, 40 x 50, Live Painting zum Picknick im Park 2016 in Erkrath (c) Bianca Schulz 2016

Bianca Schulz, Picknick im Park, aus der Reihe Basics, 2016, Pastellkreide, Acryl,Tusche auf Karton, 40 x 50, Live Painting zum Picknick im Park 2016 in Erkrath (c) Bianca Schulz 2016


 

10. Was bedeutet für Sie der Ausdruck: „Ein Leben mit Kunst“?

„Ein Leben mit Kunst“ bedeutet für mich Vielfalt.

Durch eine Türe zu gehen. Sich zu öffnen für Ideen, Farben und Emotionen, sich einzulassen auf Herausforderungen, auf neue Gedanken.

Ein Leben mit Kunst bedeutet für mich einlassen auf das Leben in allen Facetten, einsteigen und sich weiten lassen, Konfrontation und auch Integration anderer, neuer Ausdrucksweisen.

 

11. Wo kann ein Interessent Ihre Arbeit einsehen?

Zum einen lebe ich in Erkrath. dort kann man mich gerne nach Kontaktierung besuchen.

Außerdem bin ich immer wieder auf Ausstellungen mit meinen Bildern zu finden.

Ich bin Mitglied der „NEANDERARTgroup“ und bei Gruppenausstellungen dort .

Über Facebook unter „Bianca Schulz Arts

Meine Homepage ist www.biancaschulzarts.de

 

Über mich:
Fototextcollage (c) Heike Cybulski

Fototextcollage (c) Heike Cybulski

Hildegard Willenbring

Ich bin Kunsthistorikerin, Mentaltrainerin und Entspannungstrainerin. Weiterhin bezeichne ich mich als bekennende Betrachterin und Kunstliebhaberin. Texte über Kunst zu schreiben ist eine Leidenschaft von mir.

weiterlesen >>

Folgen Sie mir auf:
Facebooktwittergoogle_pluslinkedinyoutube
Blog via E-Mail abonnieren

Geben Sie Ihre E-Mail-Adresse an, um diesen Blog zu abonnieren und Benachrichtigungen über neue Beiträge via E-Mail zu erhalten.

Schließe dich 4.518 anderen Abonnenten an

Ressourcen

Buchempfehlungen >>       

Links >>