Der Blog über Kunst und Inspiration

Bettina Behrend. Das Interview

Bettina Behrend. Das Interview.

Lyrik und Malerei

 

 

Das Interview

Bettina Behrend, Künstlerin, Foto und Selbstportrait mit Hut, 70 x 50 cm, 2009 (c) Bettina Behrend

Bettina Behrend, Künstlerin, Foto und Selbstportrait mit Hut, 70 x 50 cm, 2009 (c) Bettina Behrend


 

1. Gibt oder gab es eine Person in Ihrem Leben, die Ihr Denken und Ihre Einstellung gegenüber Ihrer Arbeit entscheidend beeinflusst oder geprägt hat?

Die Person, die mich in meinem künstlerischen Da – Sein geprägt hat ist Gesshin Myoko Prabhasa Dharma. Sie war über 12 Jahre meine geistige Führerin. Sie war Zen – Meisterin, hat aber auch Kalligraphie und Dichtkunst unterrichtet. In der jahrelangen Praxis mit ihr ist meine Praxis gewachsen, dass Kunst mehr ist als gute Technik. Authentische Kunst kommt aus der eigenen Mitte, aus dem ruhigen Atem.

 

2. Wie bilden sich Ideen für Ihre Arbeit? Was inspiriert Sie?

Kindheit, Bettina Behrend, Acryl auf Leinwand, Triptychon, drei mal 60x40 cm, 2015 (c) Bettina Behrend

Kindheit, Bettina Behrend, Acryl auf Leinwand, Triptychon, drei mal 60×40 cm, 2015 (c) Bettina Behrend

Die Ideen entstehen daraus, was mich umtreibt, wie ich sehe und fühle.
Gedichte haben dabei eher ihren Ursprung in meinem Fühlen, einer Begeisterung, einer Beobachtung.
Beim Malen erlebe ich mehr Distanziertheit beim Sammeln der Motive. Da kommt natürlich der erste Anstoß, aber dann mache ich manchmal eine Reihe Fotos, bis ich zum Entwurf komme. Viele meiner Bilder haben allerdings auch einen erzählenden Charakter. Im Gegensatz zur Illustration stehen sie für sich und sind nicht mit Texten unterlegt. Ich erzähle in meinen Bildern Geschichten, bei denen viel offen bleibt.

3. Welches Material bevorzugen Sie und warum?

Bei meiner Malerei bevorzuge ich Acryl. Ich trage es im Prozess erst dünn lasierend auf, erst nach vielen Schichten wird der Farbraum erkennbar. Nach Abschluss dieser Phase wird mein Strich wirklich dick und zum Teil schwungvoll.

Meine Gedichte schreibe ich gern mit schwarzer Tinte, sozusagen in Reinschrift.

 

Sieh diesen Tag von Bettina Behrend, 03.01.1982, (c) Bettina Behrend

Sieh diesen Tag von Bettina Behrend, 03.01.1982, (c) Bettina Behrend

4. Wie lassen Sie sich auf eine neue Arbeit ein?

Mit Leib und Seele und all meiner Kraft!

 

5. Wie drückt sich Realität und Intuition in Ihrer Arbeit aus?

Im Zen – Training habe ich erfahren, dass es in der Realität kein Innen und Außen gibt. Es gibt im künstlerischen Prozess genau dieselben Momente:

  1. Ich bin ich und sehe den Baum
  2. Baum und ich werden zur Einheit, verschmelzen liebevoll …
  3. Aus diesen Erfahrungen kehre ich mit einem neuen Blick zurück.

Diesen Prozess durchlaufe ich immer wieder, beim künstlerischen Tun ist es mir nur bewusster.

 

 

6. Beschreiben Sie Ihre Arbeitsmethode?

Ich schreibe meine spontanen Gedanken auf, wenn mich etwas anspricht. Manchmal ergibt sich daraus etwas Gedichtartiges, oder es wird zu einer Art kurzer Begebenheit.
Ich beobachte gern Tiere, Menschen oder auch Menschen mit Tieren. Dabei habe ich dann spontan das Gefühl, Teil einer Geschichte zu werden.
Ob sich aus den Worten ein plastisches Bild vor meinen Augen ergibt, liegt an der Tiefe des Eindrucks. Ja, und so entwickelt es sich zu einem Projekt …

7. Wo sehen Sie die Herausforderung Ihrer Kunst für den Betrachter?

Meine Kunst lädt ein, in einen Farbraum, ein Geschehen … Der Betrachter muss sich darauf einlassen wollen. Ich glaube, der ideale Betrachter ist auch ein guter Zuhörer.
Er sollte möglichst vorurteilsfrei das Bild betrachten, das Gedicht lesen … Sonst er – lebt er nichts Neues!

 

Die Fremden im Riff, Bettina Behrend, Acryl auf LW; 70 cm Durchmesser, 2015, (c) Bettina Behrend

Die Fremden im Riff, Bettina Behrend, Acryl auf LW; 70 cm Durchmesser, 2015, (c) Bettina Behrend

 

8. Wann ist für Sie die Arbeit an Ihrem Kunstwerk abgeschlossen oder wirkungsvoll?

Ein Bild ist abgeschlossen, wenn es stimmig wirkt, wenn ich nach einigem Abstand damit zufrieden bin. Aber ein Bild darf auch nicht zu perfekt sein in sich. Es muss noch atmen, Raum lassen …
Bei einem Gedicht brauche ich auch Abstand, lese es laut und lasse es wirken.

 

 

 

9. Beschreiben Sie Ihr künstlerisches Anliegen?

Kunst ist mein Ausdruck, eine Möglichkeit mich mitzuteilen.

Die Rose blüht, weil sie blüht …
Sie kennt kein warum!

Mein Anliegen ist, in der lyrischen Mitte zu leben und anderen Menschen davon mitzuteilen. Das bringt vielleicht etwas zum Klingen bei ihnen.

 

10. Was bedeutet für Sie der Ausdruck: „Ein Leben mit Kunst“?

Nutze den Tag von Bettina Behrend, 1994, (c) Bettina Behrend

Nutze den Tag von Bettina Behrend, 1994, (c) Bettina Behrend

Kunst ist jeden Augen – Blick bewusst zu erleben!

Eigentlich ist ein Leben mit Kunst etwas selbst – verständliches. Ob ich eine Tasse Tee trinke oder Laub harke – alles kann Kunst sein. So ein Leben ist doch wirklich lebenswert – für jeden, jeder nach seinen Fähigkeiten!

 

11. Wo kann ein Interessent Ihre Arbeit einsehen?

Über meine Homepage: www.behrend.info ,

dort wird auf aktuelle Ausstellungen hingewiesen
oder über

facebook: bettina.behrend@facebook.com ,
ansonsten nach Absprache in meinem Atelier in Hamburg.

Über mich:
Fototextcollage (c) Heike Cybulski

Fototextcollage (c) Heike Cybulski

Hildegard Willenbring

Ich bin Kunsthistorikerin, Mentaltrainerin und Entspannungstrainerin. Weiterhin bezeichne ich mich als bekennende Betrachterin und Kunstliebhaberin. Texte über Kunst zu schreiben ist eine Leidenschaft von mir.

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