Der Blog über Kunst und Inspiration

Augen-Blick

Augen-Blick

 

Sir Peter Paul Rubens (1577 - 1640 ), Detail aus: Marchesa Brigida Spinola Doria, 1606, Öl auf Leinwand, 152,5 × 99 cm, National Gallery of Art, Samuel H. Kress Collection, [Public domain] via Wikimedia Commons

Sir Peter Paul Rubens (1577 – 1640 ), Detail aus: Marchesa Brigida Spinola Doria, 1606, Öl auf Leinwand, 152,5 × 99 cm, National Gallery of Art, Samuel H. Kress Collection, [Public domain] via Wikimedia Commons

Die Augen sind das Fenster zur Seele

Leonardo da Vinci (1452–1519) Detail aus: Johannes der Täufer, 1513 bis 1516, Öl auf Holz, 69 × 57 cm, Musée du Louvre, [Public domain] via Wikimedia Commons

Leonardo da Vinci (1452–1519) Detail aus: Johannes der Täufer, 1513 bis 1516, Öl auf Holz, 69 × 57 cm, Musée du Louvre, [Public domain] via Wikimedia Commons

Wer kennt ihn nicht diesen Satz. Der Ausdruck stammt aus der Naturgeschichte von Plinius dem Älteren. Für ihn war das Auge das Fenster, das die äußere Welt spiegelt und  gleichzeitig das Innere des Menschen. Eingefallen ist mir dieser Satz erst neulich. Ich saß in einem Wartezimmer und ein Junge starrte mich eine ganze Zeit an. Erst war ich erschrocken und dachte mir, was sieht er. Sieht er mich, meine Stimmung, meine Gedanken, meine Seele? Den Blick habe ich eine Zeit lang gehalten.  Keine Regung in seinem Gesicht. Dann stand er auf und ging mit seinem Betreuer. Und dann saß ich da und fing an nachzudenken. Die Augen, das Sehen, der Blick, der Augen-Blick.
 
 

Blicke sagen mehr als tausend Worte

Vincent van Gogh (1853–1890), Detail aus: Selbstporträt, Gauguin gewidmet, September 1888, Öl auf Leinwand, 62 × 52 cm, Fogg Art Museum, Cambridge MA, [Public domain] via Wikimedia Commons

Vincent van Gogh (1853–1890), Detail aus: Selbstporträt, Gauguin gewidmet, September 1888, Öl auf Leinwand, 62 × 52 cm, Fogg Art Museum, Cambridge MA, [Public domain] via Wikimedia Commons

Neben dem leeren Blick  gibt es den bohrenden Blick, den starren Blick, den flüchtigen Blick, den gefühlvollen Blick, den lachenden Blick, den fragenden Blick, den erzählenden Blick, den verletzten Blick, den wütenden Blick. Das sind nur einige Varianten. Sind es wirklich die Augen die diesen Eindruck vermitteln oder nicht doch das Zusammenspiel aus dem Gesicht, der Mimik, der Gestik? Ja und so kam ich auf die Idee, Details aus Porträts der Bildenden Kunst zu entnehmen und hier auf den Blog zu stellen. Ein Experiment.

 

Michelangelo Merisi da Caravaggio (1571–1610), Detail aus: Das Haupt der Medusa, zwischen 1595 und 1596, Öl auf Leinwand montiert auf Holz, Tondo, Durchmesser 55,5 cm, Uffizien, [Public domain] via Wikimedia Commons

Michelangelo Merisi da Caravaggio (1571–1610), Detail aus: Das Haupt der Medusa, zwischen 1595 und 1596, Öl auf Leinwand montiert auf Holz, Tondo, Durchmesser 55,5 cm, Uffizien, [Public domain] via Wikimedia Commons

Frans Hals (1582/1583–1666), Detail aus: Pieter Cornelisz. van der Morsch, 1616, Öl auf Leinwand, von Holz übertragen, 88,1 x 69,5 cm, Carnegie Museum of Art, [Public domain] via Wikimedia Commons

Frans Hals (1582/1583–1666), Detail aus: Pieter Cornelisz. van der Morsch, 1616, Öl auf Leinwand, von Holz übertragen, 88,1 x 69,5 cm, Carnegie Museum of Art, [Public domain] via Wikimedia Commons

Die Blickberührung

Zwischen zwei Menschen kann ein Blick ein besonderer Augen-Blick sein, ein magischer Moment. Die New Yorker Performance-Künstlerin Marina Abramovic hat mit ihrer Aktion „The Artist is present“ im Frühjahr 2010 gezeigt, dass die Berührung zweier Menschen nur durch den Blick möglich ist. Die Augen, die sich nonverbal in eine Unterhaltung begeben. Im Artium des Museums of Modern Art in New York saß sie an einem Tisch und schwieg. Besucher konnten ihr gegenüber Platz nehmen und sie anschauen. Nur die Blicke sollten sich berührten. So war es gedacht.
 
 

Marie Louise Élisabeth Vigée-Lebrun (1755–1842), Detail aus: Selbstporträt, 1790, Öl auf Leinwand, 100 × 81 cm, Uffizien, [Public domain] via Wikimedia Commons

Marie Louise Élisabeth Vigée-Lebrun (1755–1842), Detail aus: Selbstporträt, 1790, Öl auf Leinwand, 100 × 81 cm, Uffizien, [Public domain] via Wikimedia Commons


 

Die Augen im Porträt

Als Betrachter von Kunst kann ich nur immer wieder feststellen, das Augen, die mich direkt aus dem Kunstwerk anschauen, mich verführen, das Bild länger anzuschauen. Und dann wird mir wieder mal bewusst, dass das Sehen immer verbunden ist mit subjektiven Phantasien und Erinnerungen, dass das Betrachten ein individuelles Bild erzeugt.
In der Kunst wie auch im Leben.

 

Peter Paul Rubens, Marchesa Brigida Spinola Doria

Leonardo da Vinci, Johannes der Täufer

Vincent van Gogh, Selbstporträt

Michelangelo Merisi da Caravaggio, Das Haupt der Medusa

Frans Hals,  Pieter Cornelisz. van der Morsch

Marie Louise Élisabeth Vigée-Lebrun, Selbstporträt

 

Über mich:
Fototextcollage (c) Heike Cybulski

Fototextcollage (c) Heike Cybulski

Hildegard Willenbring

Ich bin Kunsthistorikerin, Mentaltrainerin und Entspannungstrainerin. Weiterhin bezeichne ich mich als bekennende Betrachterin und Kunstliebhaberin. Texte über Kunst zu schreiben ist eine Leidenschaft von mir.

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