Der Blog über Kunst und Inspiration

Anja Hühn. Das Interview

Anja Hühn. Künstlerin

Figuraler Expressionismus

 

 

Das Interview

 

1. Gibt oder gab es eine Person in Ihrem Leben, die Ihr Denken und Ihre Einstellung gegenüber Ihrer Arbeit entscheidend beeinflusst oder geprägt hat?

 

Anja Hühn, Künstlerfoto, Künstlerin, Figuraler Expressionismus (c) Anja Hühn

Anja Hühn, Künstlerfoto, Künstlerin, Figuraler Expressionismus (c) Anja Hühn

Meine Oma mütterlicherseits hat mein künstlerisches Auge und meine Kreativität entscheidend geprägt. Sie brachte mir schon in früher Kindheit die ausdrucksstarke Malerei von Picasso, van Gogh, Miro, Matisse, Klee, Hundertwasser, Dürer und anderen namhaften Künstlern in Form von wunderbaren Abbildungen in zum Teil kindgerechten Kunstbänden nahe. Auch besuchte sie mit mir Ausstellungen im Düsseldorfer Malkasten oder befreundete Künstler, wie den damals in Düsseldorf lebenden und arbeitenden Bildhauer und Maler Clemens Pasch.

In der Wohnung meiner Oma schmückten Bilder von Friedrich Einhoff, aber auch eine ganze Serie expressive, farbstarke Malereien meines leider im Alter von 18 Jahren verstorbenen Onkels. Auch diese Bilder beeinflussten mich sehr auf meinem Weg in die Malerei.
 
Es gab auch noch einige weitere Künstler in meiner Familie, deren Ateliers und Ausstellungen ich besuchen durfte. So der Solinger Maler und Bildhauer Fritz Wenk.

Bei den großen Künstlern beeindruckten mich besonders Picasso, Beckmann und Dix.

Eine Sache hat mich auch noch besonders beeinflusst. Es war ein Besuch des Künstlerviertels in Paris und Notre Dame. Die Wasserspeier haben mich bis heute in der Malerei begleitet und manch ein kreatives Phantasietier entstehen lassen.

 

2. Wie bilden sich Ideen für Ihre Arbeit? Was inspiriert Sie?

 
Ideen kommen meist spontan durch gerade Erlebtes, Gesehenes, Geträumtes…..

Sie entstehen auch oft unter der Dusche, wo ich sie schnell an die beschlagene Duschscheibe skizziere, aber auch auf meinen zahlreichen Hundespaziergängen. Oft sind es die Menschen, die mir unterwegs begegnen.

Inspiriert werde ich auch sehr intensiv durch meine schon immer sehr lebhafte Phantasie.

Es kommt vor, dass ich für ein neues Bild Skizzen anfertige, meistens wird das Bild aber gleich auf der Leinwand komponiert.

 

3. Welches Material bevorzugen Sie und warum?

 
Meistens arbeite ich mit Acryl auf Leinwand. Ich liebe es wenn die Farbe schnell trocknet, da ich ein nicht allzu geduldiger Maler bin. Ein Bild muss zügig entstehen.

Ein weiteres Material ist der Kaffee! Diesen setze ich gerne bei kleineren Arbeiten in Kombination mit Tusche und Aquarellfarben ein.

Bei grafischeren Arbeiten kommt auch gerne Fineliner und Tempera aufs Papier.

 

4. Wie lassen Sie sich auf eine neue Arbeit ein?

 
Bevor ich mich auf das neue Bild einlassen kann, muss es vor meinem inneren Auge bereits entstanden sein. Je nach Motiv fertige ich ein paar Teilskizzen an, und dann wird es auch höchste Zeit das Bild aus mir heraus zu lassen.

 

Anja Hühn, Der Herrenabend, 2012 Acryl auf Leinwand, 100 x 80 cm, © Anja Huehn

Anja Hühn, Der Herrenabend, 2012 Acryl auf Leinwand, 100 x 80 cm, © Anja Huehn

5. Wie drückt sich Realität und Intuition in Ihrer Arbeit aus?

 
Die Realität ist der Auslöser für meine Bilder.

Um realistische Personen oder Situationen darzustellen, setze ich gerne Tiere oder Phantasiewesen ein, um menschliche Eigenheiten und Verhaltensweisen verstärkt darzustellen. Oft haben die von mir projizierten Wesen auch karikaturistische Züge und halten dem Betrachter gerne einmal einen Spiegel vor Augen.
 

6. Beschreiben Sie Ihre Arbeitsmethode?

 
Meine Arbeitsmethode ist ähnlich wie das Ergebnis – autodidaktisch, individuell und meist nicht genau voraussehbar.

Ich male meist wild drauf los, teile den Bildaufbau grob mit einem dicken Pinsel und einer unspektakulären
Farbe ein und dann wird, je nach Stimmung und Motiv, einfach losgelegt.

Ich muss Licht, Platz und Ruhe haben um zu malen. Ich brauche dann weder Computer, Telefon, noch Menschen um mich. Musik muss sein.

Die Gedanken zu meinen Bildern entstehen oft Abends, am Tisch sitzend, bei Radioklängen oder Gesprächen, mit einem Blatt Papier vor mir und einem Kuli in der Hand – ähnlich wie früher in der Schule auf Löschblättern, kopierten Blättern oder auf losen Zetteln oder am Festnetztelefon telefonierend, entstehen kritzelnd immer wieder neue Wesen und Gestalten.

 

7. Wo sehen Sie die Herausforderung Ihrer Kunst für den Betrachter?

 
Eine Herausforderung für den Betrachter meiner Arbeiten sind meist die starken, oft auch komplementären und unvermischten Farben. Aber auch die Motive sind oft sehr ausdrucksstark und schauen den Betrachter direkt an.

Im besten Fall regen die Bilder zu Geschichten an oder rufen Assoziationen im Betrachter hervor. Manch einer vermag auch schon einmal das Augenzwinkern zu entdecken, was sich in dem einen oder anderen Bild versteckt!

 

8. Wann ist für Sie die Arbeit an Ihrem Kunstwerk abgeschlossen oder wirkungsvoll?

 
Den Augenblick, wann mein Bild fertig ist, kann ich nicht definieren.

Es ist ein Gefühl, dass ganz plötzlich kommen kann und das Bild für fertig erklärt. Aber auch dann kann es passieren, dass ich Wochen später noch mal an das Werk gehe und etwas ändere. Das Auge braucht oft erst einmal Abstand, um neutral zu schauen.

Anja Hühn, Sich den Kopf verdrehen lassen, 2016, Acryl auf Leinwand, 70 x 70cm, © Anja Huehn

Anja Hühn, Sich den Kopf verdrehen lassen, 2016, Acryl auf Leinwand, 70 x 70cm, © Anja Huehn


 

9. Beschreiben Sie Ihr künstlerisches Anliegen?

Ich liebe es, mich durch Bilder auszudrücken. Ich möchte mit meinen Bildern erfreuen. Ich möchte mit ihnen zu Geschichten anregen. Ich möchte durch die Malerei meine Phantasiewelt festhalten und für andere sichtbar machen.
 

10. Was bedeutet für Sie der Ausdruck: „Ein Leben mit Kunst“?

Mein Leben ist „ein Leben mit Kunst“. Kunst begleitet mich von Kindesbeinen an. Ich mache Kunst, ich sammele Kunst, ich liebe Kunst. Ein Leben ohne Kunst wäre für mich eintönig, langweilig und sehr grau.

 

11. Wo kann ein Interessent Ihre Arbeit einsehen?

 
Homepage: Anja Hühn

Blog:Anja Hühn

Facebook: Anja Hühn – Phantasiewelt

Atelier in Monheim-Baumberg auf Absprache über athuehn@aol.com.

 

 

Über mich:
Fototextcollage (c) Heike Cybulski

Fototextcollage (c) Heike Cybulski

Hildegard Willenbring

Ich bin Kunsthistorikerin, Mentaltrainerin und Entspannungstrainerin. Weiterhin bezeichne ich mich als bekennende Betrachterin und Kunstliebhaberin. Texte über Kunst zu schreiben ist eine Leidenschaft von mir.

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