Der Blog über Kunst und Inspiration

Andreas Zühlke. Das Interview

Andreas Zühlke. Künstler

Fotografie

 

Das Interview
Andreas Zühlke, Künstlerfoto, Fotografie, (c) Andreas Zühlke

Andreas Zühlke, Künstlerfoto, Fotografie, (c) Andreas Zühlke

1. Gibt oder gab es eine Person in Ihrem Leben, die Ihr Denken und Ihre Einstellung gegenüber Ihrer Arbeit entscheidend beeinflusst oder geprägt hat?

Da ich mich in den späten 70ern zunächst dem Genre der Malerei und Skulpturen verschrieben habe, gab es natürlich einige Künstler wie Miro, Dali oder K. O. Götze, die mich mit ihrem Werk beeinflusst haben.

Als ich dann etwas später den Pinsel mit der Kamera tauschte, ergänzte sich dieser Reigen vor allem um die Krisengebietsfotografen, deren Werke mich immer sehr stark berührt haben.

Aus dem Dunkel der Kammer ins Licht der Fotokunst hat mich jedoch erst meine Frau geführt. Erst durch ihre Sichtweise wurde mir bewusst, worin der Unterschied zwischen „normalen“ Fotografien und meinen Arbeiten lag.

 

2. Wie bilden sich Ideen für Ihre Arbeit? Was inspiriert Sie?

Letztendlich ist es das Leben und meine Neugier, beide inspirieren mich und sorgen dafür, dass mir die Ideen nicht ausgehen.

Nach wie vor hole ich mir aber auch noch immer sehr viel Anregungen aus der Malerei.

 

3. Welches Material bevorzugen Sie und warum?

Ich experimentiere immer wieder mit den unterschiedlichsten Bildträgermaterialien, sehr selten Papier, meist AluDibond, aber auch Folien oder Gewebe kommen zum Einsatz.

Meine Interpretation des Bildes bestimmt letzten Endes den Bildträger.
 

Andreas Zühlke, shadows, 2016, Digitaldruck auf AluDibond, 100 x 100 cm, (c) Andreas Zühlke

Andreas Zühlke, shadows, 2016, Digitaldruck auf AluDibond, 100 x 100 cm, (c) Andreas Zühlke


 

4. Wie lassen Sie sich auf eine neue Arbeit ein?

Abgesehen von Auftragsarbeiten – gar nicht.

Meine Augen sehen und geben mir die Richtung vor. Es passiert einfach von selbst.

Ich entdecke etwas, ein Objekt, eine Landschaft oder Situation und gleichzeitig entsteht in meinen Gedanken ein fertiges Bild.

Der nun beginnende Prozess des Schaffens befasst sich dann mit der Frage, wie ich die Umsetzung vom Gesehenen zum fertigen Werk erreiche.

 

5. Wie drückt sich Realität und Intuition in Ihrer Arbeit aus?

Fotografie ist die Dokumentation der Realität.

Diesen dokumentarischen Anspruch versuche ich aufzulösen, sei es durch einen bestimmten Blickwinkel, eine besondere Kameraeinstellung oder das Material des Bildträgers. Fast immer geschieht dies intuitiv.

 

6. Beschreiben Sie Ihre Arbeitsmethode?

Meist ist es so, dass sich eine Idee fix im Kopf bildet, basierend auf schon Gesehenem.

Anders als bei den Malern ist der nun beginnende Prozess aber eher ein technischer, am Beispiel meiner Serie „reduction“ lässt sich das vielleicht ganz gut beschreiben.

Am Anfang stand die Idee der Reduktion von Farbe und Form und eine Konzentration auf nur wenige Details. Passende Motive mussten gefunden werden und da es sich um Überbelichtungen handelte, spielte auch das Wetter und der Aufnahmezeitpunkt eine große Rolle.

Den letzten Feinschliff gibt es dann in der Bildbearbeitung, wobei ich immer versuche, diesen Teil der Arbeit durch die richtige Aufnahmetechnik zu minimieren.

 

7. Wo sehen Sie die Herausforderung Ihrer Kunst für den Betrachter?

Sich auf eine andere Sichtweise einzulassen und zu erkennen, dass die Realität nicht so ist, wie sie ist, sondern wir uns mit unserem Blick auf unsere Realität oftmals beschränken und im vermeintlich Unbeachtetem, gar Unansehnlichem so viel Schönheit liegt.

Dies schlägt sich ganz besonders natürlich in meinen Arbeiten über die verlorenen Orte – lost places – nieder.

 

8. Wann ist für Sie die Arbeit an Ihrem Kunstwerk abgeschlossen oder wirkungsvoll?

Ganz ehrlich?

Wenn es Reaktionen der Betrachter auslöst.

Allerdings muss ich auch eingestehen, dass wir Fotografen es bei dieser Frage einfacher haben. Wir können unsere Bilder immer wieder neu bearbeiten, für den Maler ist dies sicherlich schwieriger umzusetzen.
 

Andreas Zühlke, caspiaggia, 2015, Digitaldruck auf AluDibond, 120 x 75 cm, (c) Andreas Zühlke

Andreas Zühlke, caspiaggia, 2015, Digitaldruck auf AluDibond, 120 x 75 cm, (c) Andreas Zühlke


 

9. Beschreiben Sie Ihr künstlerisches Anliegen?

Ich möchte zeigen, dass die Fotografie mehr kann, als nur Abbilden, sie nicht nur einen dokumentarischen Charakter hat.

Wie bei der Malerei gilt auch hier: Schöne Bilder gibt es viele, doch erst wenn diese mit dem Betrachter auch etwas machen, hat der Künstler sein Ziel erreicht.

 

10. Was bedeutet für Sie der Ausdruck: „Ein Leben mit Kunst“?

Seine Kreativität ausleben zu können und Trends oder Strömungen durchaus als Quelle der Inspiration zu nutzen, sich aber nicht zu einem Teil davon zu machen.

 

11. Wo kann ein Interessent Ihre Arbeit einsehen?

Homepage: www.applepear-photograph.de

Facebook: www.facebook.com/KunstgalerieKrefeld/

Twitter: twitter.com/applepear_photo

TILPY: www.tilpy.com/de/AndreasZuehlke

 

Über mich:
Fototextcollage (c) Heike Cybulski

Fototextcollage (c) Heike Cybulski

Hildegard Willenbring

Ich bin Kunsthistorikerin, Mentaltrainerin und Entspannungstrainerin. Weiterhin bezeichne ich mich als bekennende Betrachterin und Kunstliebhaberin. Texte über Kunst zu schreiben ist eine Leidenschaft von mir.

weiterlesen >>

Folgen Sie mir auf:
Facebooktwittergoogle_pluslinkedinyoutube
Blog via E-Mail abonnieren

Geben Sie Ihre E-Mail-Adresse an, um diesen Blog zu abonnieren und Benachrichtigungen über neue Beiträge via E-Mail zu erhalten.

Schließe dich 4.518 anderen Abonnenten an

Ressourcen

Buchempfehlungen >>       

Links >>